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Von VAYEMA entwickelter Selbstcheck zu Symptomen und Auswirkungen – keine validierte Skala
Bipolare Stimmungsmuster
Beantworten Sie die folgenden Aussagen zu Symptomen, um zu sehen, welche Erfahrungen und Alltagsbereiche Sie als besonders betroffen angeben. Diese Fragen wurden von VAYEMA entwickelt und bilden keine validierte diagnostische Skala. Es wird weder ein klinischer Schweregrad noch eine Wahrscheinlichkeit berechnet.
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Für Erwachsene ab 18 Jahren. Dieser Selbstcheck kann eine Erkrankung weder diagnostizieren noch ausschliessen. Bei Sorgen um ein Kind ist eine altersgerechte fachliche Abklärung erforderlich.
Wenn Sie an die letzten vier Wochen denken: Wie gut beschreibt jede Aussage Ihre Erfahrungen?
Zusätzliche Angaben – fliessen in keinen Fragebogenwert ein
Diese Fragen wurden von VAYEMA entwickelt. Sie sind weder ein diagnostisches Instrument noch eine validierte Schweregradskala. Sie fassen die von Ihnen ausgewählten Erfahrungen zusammen und sagen weder eine Diagnose noch künftige Schädigungen voraus. Hintergrundinformationen zur Erkrankung; diese Quelle spricht keine Empfehlung für diesen Selbstcheck aus.
Was ist ein hilfreicher Ausgangspunkt?
Sie können zunächst erklären, weshalb die Frage aufgekommen ist: wegen einer kürzlichen Episode, wiederholter Depressionen, der Sorge einer nahestehenden Person oder Unsicherheit über eine frühere Diagnose. Die behandelnde Fachperson sollte den Zweck des Termins und die angemessene Dringlichkeit klären. Bei der Abklärung wird nicht geprüft, wie genau Sie diagnostische Kriterien beschreiben oder wie viele Symptome Sie aufzählen können.
Eine Bipolar-I-Störung geht mit einer Manie in der Vorgeschichte einher. Eine solche Episode muss jedoch klinisch beurteilt werden, statt sich selbst eine Diagnose zuzuschreiben. Die Übersicht des NIMH [1] erläutert die Bedeutung der gesamten Vorgeschichte. Beschreiben Sie in Ihren eigenen Worten, was geschehen ist, und lassen Sie die Fachperson nachfragen. Unsicherheit über den richtigen Begriff sollte Sie nicht davon abhalten, eine geeignete Abklärung anzufragen.
Erstellen Sie eine Zeitleiste zu Episoden, Behandlung und Erholung
Eine einfache Zeitleiste kann ungefähre Daten wesentlicher Stimmungsveränderungen, deren Dauer und den weiteren Verlauf enthalten. Notieren Sie depressive Phasen ebenso wie Zeiten erhöhter Aktivität und Phasen, in denen Sie sich relativ stabil fühlten. Dies hilft der Fachperson einzuschätzen, ob klar abgegrenzte Episoden, anhaltende Symptome oder ein anderes Muster vorlagen. Genaue Daten sind hilfreich, wenn Sie diese kennen. Erfinden Sie jedoch keine Daten, wenn Ihre Erinnerung unsicher ist.
Frühere Spitalberichte, Unterlagen zur Medikation oder Beobachtungen einer vertrauten Person können mit entsprechender Einwilligung nützliche Zusatzinformationen liefern. Sie müssen solche Unterlagen aber nicht erst beschaffen, damit Ihnen jemand zuhört. Ziel ist eine möglichst zutreffende Darstellung, keine lückenlose oder perfekt geordnete Geschichte. Wenn Unterlagen und Erinnerungen voneinander abweichen, lässt sich dieser Unterschied gemeinsam klären, statt eine der beiden Darstellungen automatisch als endgültig anzusehen.
Beschreiben Sie Veränderungen des Schlafbedarfs, nicht nur die Schlafdauer
Ein verminderter Schlafbedarf während einer Episode mit gehobener Stimmung ist etwas anderes als Erschöpfung nach einer Nacht, in der Sie nicht schlafen konnten. Eine Fachperson fragt neben der Schlafdauer auch nach Ihrer Energie und Ihrer Fähigkeit, den Alltag zu bewältigen. Beschreiben Sie, ob Sie sich trotz sehr wenig Schlaf ungewöhnlich ausgeruht fühlten, die ganze Nacht aktiv blieben oder zunehmend unruhig und aufgewühlt waren. Diese Angaben können wichtig sein, belegen für sich allein aber keine Manie. [1]
Erwähnen Sie auch Schichtarbeit, Reisen, Erkrankungen, Substanzkonsum und Änderungen der Medikation, die Ihren Schlaf beeinflusst haben. Verzichten Sie nicht absichtlich auf Schlaf, um zu testen, ob ein bestimmtes Muster auftritt. Ein Tagebuch dient der Beobachtung, nicht als Experiment. Wenn Sie aktuell deutlich weniger schlafen und zugleich Ihr Urteilsvermögen beeinträchtigt ist oder ungewöhnliche Erlebnisse auftreten, sollten Sie zeitnah fachliche Hilfe suchen. Warten Sie nicht auf längere Aufzeichnungen, um ein klareres Bild zu erhalten.
Berücksichtigen Sie Folgen, die damals nicht offensichtlich waren
Während einer Episode können sich mehr Selbstvertrauen oder gesteigerte Aktivität positiv angefühlt haben. Im Nachhinein werden die Folgen möglicherweise deutlicher: untypische Verpflichtungen oder Ausgaben, Konflikte, Schwierigkeiten beim Abschliessen von Aufgaben oder Entscheidungen, die nicht Ihrem üblichen Urteilsvermögen entsprechen. Beschreiben Sie die Veränderung gegenüber Ihrem gewohnten Zustand, statt davon auszugehen, dass eine energiegeladene Phase entweder völlig gesund oder eindeutig manisch war. Die Fachperson braucht Informationen zum Muster und zum Zusammenhang.
Wenn Sie damit einverstanden sind, kann die Schilderung einer vertrauten Person hilfreich sein, besonders wenn Ihre Krankheitseinsicht oder Erinnerung beeinträchtigt war. Dabei sollten Beobachtungen von Deutungen getrennt werden. Die Beschreibung, dass Sie viel schneller sprachen und weniger schliefen, ist hilfreicher als die pauschale Aussage, Sie seien bipolar gewesen. Bei der Abklärung soll auch Ihre eigene Erfahrung Gehör finden. Das Gespräch sollte nicht zu Schuldzuweisungen für das Geschehene werden.
Auch Depression und gemischte Symptome müssen abgeklärt werden
Die Fachperson fragt möglicherweise nach gedrückter Stimmung, Interessenverlust, Hoffnungslosigkeit, Veränderungen von Appetit und Konzentration sowie nach Ihrer Sicherheit. Manche Menschen suchen nur während einer Depression Hilfe und erwähnen Phasen mit viel Energie zunächst nicht. Symptome gesteigerten Antriebs und depressive Symptome können sich auch überschneiden. Bei einer Abklärung sollte nicht angenommen werden, dass gedrückte Stimmung maniebezogene Merkmale ausschliesst oder dass mehr Energie zwangsläufig Erholung bedeutet. [1]
Die Seite zur Depressionsabklärung erläutert einen Fragebogen zu kürzlich aufgetretenen Symptomen. Dessen Gesamtwert belegt jedoch keine Bipolar-I-Störung. Bringen Sie einzelne Erfahrungen und die längerfristige Vorgeschichte ins Gespräch ein. Wenn Hoffnungslosigkeit zusammen mit starker Unruhe, Impulsivität oder sehr wenig Schlaf auftritt, sagen Sie dies der Fachperson direkt. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass ein allgemeiner Depressionswert die Situation ausreichend vermittelt.
Körperliche Erkrankungen, Substanzen und Medikamente können das Bild verändern
Bei der Abklärung einer bipolaren Störung werden auch die körperliche Gesundheit, verschriebene Medikamente, nicht verschriebene Präparate und der Substanzkonsum berücksichtigt. Manche Erkrankungen oder Substanzen können Symptome hervorrufen, die einer Stimmungsepisode ähneln, oder eine bestehende Erkrankung komplizieren. Die Fachperson kann aus einem konkreten Grund eine Untersuchung, Tests oder den Einbezug einer weiteren Fachperson empfehlen. Weder routinemässige Laboruntersuchungen noch eine Bildgebung des Gehirns können für sich allein eine bipolare Störung diagnostizieren. [1]
Bringen Sie Angaben zu Ihrer aktuellen Medikation mit und erläutern Sie offen, welche Medikamente Sie kürzlich begonnen oder abgesetzt haben und welche Dosierungen geändert wurden. Ändern Sie Ihre Behandlung nicht, um die Abklärung zu erleichtern. Falls Sie bereits etwas geändert haben, sagen Sie, wann und weshalb. Eine hilfreiche Beurteilung berücksichtigt die zeitliche Abfolge und bestehende Unsicherheiten. Sie geht weder davon aus, dass ein Medikament alles verursacht hat, noch dass eine frühere psychiatrische Diagnose jedes neue Symptom erklärt.
Warum ein Screening keine fachärztliche Abklärung ersetzt
Ein Fragebogen kann ausgewählte Informationen erfassen. Die Diagnose einer bipolaren Störung erfordert jedoch eine sorgfältige Beurteilung der Episoden und möglicher anderer Erklärungen. NICE rät davon ab, in der medizinischen Grundversorgung Fragebogen zur Erkennung bipolarer Störungen bei Erwachsenen einzusetzen. Dies verdeutlicht, weshalb ein Wert auf einer Website weder als Diagnose noch als Grundlage für eine Zuweisungsentscheidung dienen sollte. Wenn die Vorgeschichte Anlass zur Sorge gibt, bleibt ein fachärztliches Gespräch wichtig. [2]
Das Arbeitsblatt auf dieser Seite enthält weder einen diagnostischen Algorithmus noch einen Grenzwert. Es ist keine Variante eines validierten Instruments zur Erfassung bipolarer Störungen und unterscheidet nicht automatisch zwischen Bipolar I und Bipolar II. Sie können Fragen überspringen, den Selbstcheck abbrechen oder ohne Notizen zum Termin kommen. Der Ratgeber zum Verständnis der Erkrankung vermittelt Hintergrundwissen. Weder dieser Ratgeber noch eine Checkliste kann jedoch feststellen, ob eine bestimmte frühere Phase die Kriterien einer Manie erfüllte.
Mitwirkung, Privatsphäre und Informationen von Angehörigen
Besprechen Sie, wer am Termin teilnehmen darf und welche Informationen weitergegeben werden können. Eine angehörige Person kann beim Erinnern oder bei der praktischen Organisation unterstützen, ohne automatisch Zugang zu allen klinischen Unterlagen zu erhalten. Sie können darum bitten, einen Teil des Gesprächs unter vier Augen zu führen. Die Fachperson sollte die Vertraulichkeit und deren relevante Grenzen erläutern, insbesondere wenn aktuelle Symptome die Sicherheit oder die Fähigkeit zur Mitwirkung an Entscheidungen beeinträchtigen.
Die Abklärung sollte auch dann respektvoll bleiben, wenn sich Schilderungen unterscheiden. Bitten Sie um eine Erklärung, zu welchen Schlussfolgerungen die Fachperson kommt und worauf diese beruhen. Falls weitere Unterlagen oder Folgetermine nötig sind, klären Sie den Grund. Unterstützung für Angehörige kann auf deren eigene Sorgen eingehen. Sie sollte jedoch weder zu einer Diagnose aus zweiter Hand werden noch das Gespräch mit der Person ersetzen, um deren Behandlung es geht.
Was eine hilfreiche Empfehlung enthalten sollte
Sie sollten die vorläufige Diagnose oder bestehende Unsicherheit, die aktuellen Prioritäten und den vorgeschlagenen nächsten Schritt verstehen. Eine Empfehlung kann eine akute fachärztliche Versorgung, eine Überprüfung der Medikation, eine psychologische Behandlung oder eine längerfristige Planung umfassen. Sie sollte benennen, welche Fachperson verantwortlich ist und wie Verlaufskontrollen organisiert werden. Fragen Sie, bei welchen Veränderungen Sie früher Kontakt aufnehmen sollten und welche Stelle für dringende Anliegen zuständig ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein reguläres E-Mail-Postfach ständig überwacht wird.
Der Ratgeber zur Behandlung von Bipolar I erklärt den Unterschied zwischen der Behandlung einer Episode und der Erhaltungstherapie. Wenn mehrere Fachpersonen beteiligt sind, kann eine vereinbarte Koordination die praktische Kommunikation erleichtern. Ein Behandlungsplan sollte Sie nicht damit alleinlassen, anhand eines Fragebogenwerts Medikamente oder den nötigen Behandlungsrahmen auszuwählen. Er sollte auch keine sofortige Verpflichtung zu einem umfangreichen Programm verlangen.
Bereiten Sie sich erst vor, wenn dringende Bedürfnisse geklärt sind
Bei Verdacht auf Manie, neuen psychotischen Symptomen, schwerer Depression oder einer rasch abnehmenden Fähigkeit, den Alltag zu bewältigen, ist eine zeitnahe fachliche Abklärung erforderlich. Bei unmittelbarer Gefahr, wenn die eigene Sicherheit nicht gewährleistet werden kann, bei Suizidabsicht oder einem medizinischen Notfall sind die örtlichen Notfalldienste nötig. Warten Sie nicht, weil Sie unsicher sind, ob die Symptome schon lange genug für eine diagnostische Definition bestehen. Aktuelle Bedürfnisse haben Vorrang vor dem Ausfüllen einer Online-Zeitleiste. [2,3]
Für eine geplante Abklärung genügen kurze Notizen, die Sie privat aufbewahren. Das Tool sendet sie nicht an VAYEMA und legt keinen Anfrageeintrag an. Sie können bewusst eine Kopie herunterladen und diese über einen vereinbarten klinischen Kommunikationsweg teilen. Mit einer regulären Anfrage zur Abklärung lassen sich die passende fachliche Expertise und organisatorische Fragen besprechen. Sie bietet jedoch keine Notfallhilfe und überwacht keine Veränderungen während der Wartezeit.
Häufige Fragen zur Bipolar-I-Abklärung
Kann mir das Arbeitsblatt sagen, ob ich eine Bipolar-I-Störung habe?
Nein. Es ordnet Beobachtungen, ohne einen Punktwert zu berechnen oder eine Diagnose zu stellen. Eine spezialisierte Fachperson muss Episoden, Alltagsbewältigung, andere Erklärungen und die gesamte Vorgeschichte berücksichtigen. Das Formular kann für sich allein weder feststellen, ob eine frühere Erfahrung eine Manie war, noch zwischen den Formen bipolarer Störungen unterscheiden. Sie können eine Abklärung suchen, ohne es auszufüllen oder ein Online-Ergebnis zu erhalten.
Muss ich mich an jedes Detail einer Episode erinnern?
Nein. Teilen Sie mit, woran Sie sich erinnern, und benennen Sie Unsicherheiten. Ungefähre Daten, praktische Folgen und frühere Unterlagen können helfen. Eine Fachperson kann mit entsprechender Einwilligung zusätzliche Informationen einholen. Füllen Sie Erinnerungslücken nicht mit Vermutungen und verschieben Sie dringende Hilfe nicht, weil die Vorgeschichte unvollständig ist. Die aktuelle Situation lässt sich dennoch beurteilen.
Was, wenn ich mich momentan nur depressiv fühle?
Erwähnen Sie frühere Phasen mit erhöhter Aktivität, vermindertem Schlafbedarf oder ungewöhnlichem Verhalten, auch wenn diese Ihnen für die aktuelle gedrückte Stimmung nicht relevant erscheinen. Der Verlauf über das gesamte Leben kann Behandlungsentscheidungen verändern. Ein Depressionsfragebogen beschreibt kürzlich aufgetretene Symptome, ersetzt aber weder diese Vorgeschichte noch schliesst er eine bipolare Störung aus.
Kann eine angehörige Person einen Bipolar-Test für mich ausfüllen?
Ihre Beobachtungen können helfen, sollten aber weder als Ihre eigenen Angaben noch als Diagnose behandelt werden. Eine Fachperson kann beide Sichtweisen anhören und Unterschiede klären. Der Einbezug von Angehörigen sollte Ihre Privatsphäre und Ihre Mitwirkung respektieren. Er ersetzt keine geeignete Abklärung der Person, die die Symptome erlebt.
Wird eine bipolare Störung mit Bluttests diagnostiziert?
Kein einzelner Bluttest kann eine bipolare Störung nachweisen. Untersuchungen können bei entsprechender Indikation helfen, körperliche Ursachen und die körperliche Gesundheit abzuklären oder eine medikamentöse Behandlung zu überwachen. Fragen Sie, was ein vorgeschlagener Test klären soll. Die Diagnose beruht auf der klinischen Beurteilung des Stimmungsverlaufs und seines Zusammenhangs, nicht allein auf einem Laborwert.
Wird durch ein ausgefülltes Formular jemand benachrichtigt, wenn ich dringend Hilfe brauche?
Nein. Das Tool wird nicht überwacht und sendet keine Informationen an die Klinik. Wenden Sie sich direkt an die zuständige Stelle, wenn Ihre Symptome oder Ihre Sicherheit dies erfordern. Bei unmittelbarer Gefahr ist Notfallhilfe nötig. Ein gespeichertes oder heruntergeladenes Arbeitsblatt dient nur der Gesprächsvorbereitung und darf niemals notwendige Versorgung ersetzen.
Weiterführende Informationen und Quellen
[1] NIMH: Bipolare Störung und diagnostische Abklärung
[2] NICE CG185: Erkennung, fachärztliche Abklärung und dringende Zuweisung