Unterstützung für besorgte Familien
Interventionen
Wenn ein nahestehender Mensch Schwierigkeiten hat, aber noch nicht bereit ist, Hilfe zu suchen, ist es oft schwer zu wissen, was man sagen oder tun soll. Wir helfen Ihnen, dieses Gespräch behutsam, klar und mit fachlicher Begleitung anzugehen.
Eine behutsame Einladung, Unterstützung anzunehmen
Bei VAYEMA verstehen wir unter einer Intervention eine fachlich begleitete Unterstützung, die einer Familie hilft, ihre Sorgen auszudrücken, ihre Möglichkeiten zu verstehen und einen nahestehenden Menschen zu einer geeigneten Abklärung oder einem Gespräch über eine Behandlung einzuladen. Dabei geht es weder um Schuldzuweisungen noch um Druck oder darum, einen Streit zu gewinnen. Ziel ist es, einen möglichen nächsten Schritt verständlicher zu machen und dabei die Würde und die Entscheidungen der betroffenen Person zu respektieren.
Vielleicht machen Sie sich Sorgen wegen Alkohol- oder Drogenkonsums, Veränderungen der psychischen Gesundheit oder eines Verhaltens, das den Alltag und Beziehungen beeinträchtigt. Sie müssen keine Gewissheit über eine Diagnose haben, um sich beraten zu lassen. Wir gehen zunächst auf Ihre Sorgen ein und prüfen, ob dieses Angebot geeignet ist, bevor wir ein Gespräch planen.
Zuerst hören wir der Familie zu
Im ersten Schritt klären wir die Situation der Familie, ihren Unterstützungsbedarf und mögliche Sicherheitsbedenken ab. Wir besprechen, was sich verändert hat, welche Gespräche bereits stattgefunden haben, wer beteiligt ist und welche Veränderungen Sie sich erhoffen. Wenn die betroffene Person nicht teilnimmt, handelt es sich dabei nicht um eine Diagnose oder Abklärung dieser Person anhand der Schilderungen anderer.
Aus dieser Vorbereitung kann eine Beratung der Familie, eine sorgfältig geplante Einladung zu einem Gespräch oder die Empfehlung eines anderen Angebots hervorgehen. Ein gemeinsames Gespräch ist nicht immer geeignet. Die Fachperson prüft, ob es Gründe gibt, vorerst innezuhalten oder anders vorzugehen – etwa Bedenken hinsichtlich Sicherheit, Konflikten oder Zwang.
Ein Gespräch sorgfältig vorbereiten
Wenn es sinnvoll ist, helfen wir Ihnen zu entscheiden, wer am Gespräch teilnehmen sollte, wie Sie Ihre Sorgen ohne Vorwürfe ansprechen können und welche praktische Unterstützung Sie anbieten können. Wir geben der Sichtweise der betroffenen Person Raum und berücksichtigen, dass sie möglicherweise unsicher ist, Angst hat oder noch nicht bereit ist.
Wir versprechen nicht, dass ein Gespräch zu einer Behandlung führt. Die betroffene Person kann das Angebot ablehnen. Auch dann kann die Familie von Unterstützung profitieren, um ihre eigenen Grenzen und nächsten Schritte besser zu verstehen. Unser Ansatz umfasst weder eine Behandlung gegen den Willen der Person noch einen Transport unter Vorspiegelung falscher Tatsachen oder das Versprechen, eine Aufnahme sicherzustellen.
Wenn jemand für den nächsten Schritt bereit ist
Mit dem Einverständnis der betroffenen Person kann der nächste Schritt eine Abklärung in privatem Rahmen, ein Gespräch mit einer bereits behandelnden Fachperson oder eine Überweisung an eine andere geeignete Stelle sein. Ambulante Termine, intensivere Unterstützung oder eine stationäre Behandlung werden entsprechend den individuellen Bedürfnissen erwogen – nicht als bereits festgelegtes Ziel.
Wenn eine Koordination hilfreich ist, kann Case Management die praktischen Abläufe und die Kommunikation zwischen Fachpersonen unterstützen. Die Unterstützung für Familien kann fortgesetzt werden, unabhängig davon, ob die betroffene Person eine Behandlung beginnt.
Online, persönlich oder – wenn geeignet – zu Hause
Erste Beratungsgespräche mit der Familie können online oder persönlich vereinbart werden. Ein Gespräch in der Praxis einer Fachperson, an einem VAYEMA-Standort oder ein Hausbesuch können besprochen werden, sofern dies geeignet und verfügbar ist. Vor Beginn vereinbaren wir, welche Fachperson Sie begleitet, in welchem Rahmen die Gespräche stattfinden, wer teilnimmt sowie den Umfang und die Kosten. Die Verfügbarkeit und die Zusammenarbeit mit Fachpersonen unterscheiden sich je nach Standort.
Wenn dringend Hilfe benötigt wird
Interventionen sind ein geplantes Angebot, kein Notfalldienst. Bei unmittelbarer Gefahr, einer Überdosis, schweren Entzugserscheinungen, akuter Verwirrtheit oder einer dringlichen psychischen Krise ist Hilfe durch die örtlichen Notfalldienste oder eine dringende medizinische Versorgung erforderlich. Warten Sie nicht auf eine Antwort auf Ihre Anfrage über dieses Formular.
Ein Gespräch mit uns kann der erste Schritt sein
Sie brauchen keinen fertigen Plan, um Kontakt aufzunehmen. Teilen Sie uns mit, wie wir Sie erreichen können, und wählen Sie «Interventionen» als das Angebot aus, das Sie interessiert. Anschliessend können wir die Bedürfnisse Ihrer Familie vertraulich besprechen. Bitte übermitteln Sie über die Website keine Krankengeschichte einer anderen Person.