Behandlungsmöglichkeiten

Delir behandeln: dringende medizinische Versorgung und Unterstützung bei der Erholung

Medizinisch geprüft Dr. Sarah Boss, MD

Aktualisiert am

Plötzlich auftretende Verwirrtheit erfordert sofortige medizinische Hilfe. Kontaktieren Sie den zuständigen lokalen Notfalldienst oder einen Dienst für dringende medizinische Hilfe, bevor Sie weiterlesen oder ein Online-Tool ausfüllen. Bei der Behandlung eines Delirs stehen die Abklärung und Behandlung der zugrunde liegenden medizinischen Ursache oder Ursachen im Mittelpunkt, ergänzt durch unterstützende Betreuung und Überwachung. Ein Delir wird nicht durch Beratung, ein Wellnessprogramm oder ein Beruhigungsmittel ohne medizinische Aufsicht behandelt. Diese Seite erläutert die fachliche Versorgung und die Nachbetreuung, nachdem der dringende Behandlungsbedarf gedeckt wurde.

Medizinische Abklärung und Stabilisierung haben Vorrang

Ein Delir kann auf eine schwere Erkrankung, Medikamentenwirkungen, Entzug oder andere körperliche Störungen hinweisen. Das aufnehmende Behandlungsteam muss den aktuellen Zustand der betroffenen Person beurteilen und dringenden Behandlungsbedarf erkennen. Verwirrtheit ist ein Symptom des Problems, keine vollständige Erklärung. Auch eine Person mit bestehender Demenz oder psychiatrischer Diagnose benötigt bei einer neuen akuten Veränderung medizinische Hilfe. [1,2]

Informieren Sie das Team darüber, wann die Veränderung begonnen hat, was anders ist als sonst und ob begleitende körperliche Symptome bestehen. Eine Phase scheinbarer Klarheit macht die Abklärung nicht überflüssig, da die Symptome schwanken können. Der Leitfaden zur Abklärung erläutert, welche Angaben bei der Übergabe hilfreich sind. Unterlagen und Arbeitsblätter dürfen den Hilferuf jedoch niemals verzögern.

Die Ursache behandeln, statt von einer einheitlichen Lösung auszugehen

NICE empfiehlt, die mögliche Ursache oder das Zusammenwirken mehrerer Ursachen abzuklären und zu behandeln. Je nach Befund kann die Behandlung deshalb auf eine Infektion, Störungen der Sauerstoffversorgung oder des Stoffwechsels, medikamentenbedingte Auswirkungen, Entzug oder eine andere Erkrankung ausgerichtet sein. Nicht jede Episode erfordert dieselbe Behandlung. Eine bereits bekannte Ursache darf ohne erneute Prüfung nicht als Erklärung für eine neue Symptomatik angenommen werden. [1,3]

Fragen Sie die zuständige ärztliche Fachperson, was festgestellt wurde und was noch unklar ist. Während die unmittelbar notwendige Behandlung bereits läuft, können weitere Untersuchungen nötig sein. Beginnen Sie nicht aufgrund einer Erklärung im Internet mit Antibiotika, geben Sie keine zusätzlichen Schlafmittel und versuchen Sie nicht, einen Entzug selbst zu behandeln. Die passende Massnahme hängt vom Gesundheitszustand der Person ab und erfordert eine angemessene Überwachung. Es geht nicht lediglich darum, sichtbare Unruhe zu verringern.

Die Überprüfung der Medikamente gehört zum medizinischen Behandlungsplan

Das Team kann Medikamente überprüfen, die zur Verwirrtheit beitragen, mit anderen Behandlungen wechselwirken oder kürzlich geändert wurden. Gegebenenfalls muss auch ein Entzug berücksichtigt werden. Das weitere Vorgehen hängt vom Medikament und den Umständen ab; das abrupte Absetzen eines verordneten Medikaments kann selbst Probleme verursachen. Ziel ist ein abgestimmter medizinischer Behandlungsplan, nicht mehrere voneinander unabhängige Änderungen durch verschiedene Personen. [1,3]

Stellen Sie eine genaue Liste der regelmässig und bei Bedarf eingenommenen Medikamente, nicht verordneten Präparate und jüngsten Änderungen bereit, sofern diese ohne Weiteres verfügbar ist. Benennen Sie Unsicherheiten, statt zu raten. Falls die Person bereits zusätzliche Medikamente erhalten hat, teilen Sie dem aufnehmenden Team mit, was verabreicht wurde. Verschweigen Sie diese Angaben nicht aus Scham; sie können für eine sichere Abklärung und weitere Behandlung wichtig sein.

Unterstützende Betreuung soll Wohlbefinden, Orientierung und Grundbedürfnisse berücksichtigen

Die professionelle Versorgung kann klare Kommunikation, angemessene Orientierungshilfen sowie die Berücksichtigung von Flüssigkeitszufuhr, Ernährung, Schmerzen, Mobilität, Schlaf und Seh- oder Hörhilfen umfassen. Diese Massnahmen werden an den Gesundheitszustand der Person und das Behandlungsumfeld angepasst. Bei Entscheidungen zur Flüssigkeitszufuhr oder Ernährung müssen beispielsweise möglicherweise Schluckstörungen sowie Herz- oder Nierenprobleme berücksichtigt werden. Unterstützende Betreuung ergänzt die Behandlung der Ursache, ersetzt sie aber nicht. [1]

Angehörige können dem Team mitteilen, welche Brille, Hörgeräte, Routinen oder vertrauten Informationen hilfreich sind. Ruhige Erklärungen können Ängste verringern, wenn die Umgebung fremd wirkt. Überfordern Sie die Person nicht mit Fragen oder Diskussionen über verwirrte Äusserungen. Das Team sollte notwendige Untersuchungen und Behandlungen mit einer möglichst verständlichen und ruhigen Umgebung in Einklang bringen.

Auch ein unauffälliges Erscheinungsbild erfordert Versorgung und Überwachung

Ein hypoaktives Delir kann sich statt durch Unruhe durch verminderte Bewegung, Rückzug, Schläfrigkeit, verlangsamte Reaktionen oder wenig Appetit zeigen. Diese Anzeichen können fälschlich als erholsames Ruhen oder Depression gedeutet werden. Der Behandlungsplan darf nicht allein davon abhängen, ob das Verhalten der Person als störend wahrgenommen wird. Aufmerksamkeit, Bewusstseinslage, körperlicher Zustand und die Fähigkeit, eigene Bedürfnisse zu erfüllen, müssen abgeklärt und regelmässig überprüft werden. [1]

Informieren Sie das Personal über Veränderungen gegenüber dem üblichen Verhalten, etwa weniger Austausch mit anderen oder Schwierigkeiten, bei einem Gespräch oder einer Tätigkeit aufmerksam zu bleiben. Dass jemand nach einer Massnahme ruhiger ist, belegt allein noch keine Erholung. Die ärztliche Fachperson muss prüfen, ob Wachheit, Wohlbefinden und Alltagsfähigkeiten zunehmen und ob Medikamente oder die Erkrankung die Person zusätzlich dämpfen. Die Überwachung sollte sich am tatsächlichen klinischen Zustand orientieren.

Medikamente bei starker Belastung sind keine Routinebehandlung für jedes Delir

Wenn eine Person stark belastet ist oder eine Gefährdung besteht, können ärztliche Fachpersonen zusätzliche Massnahmen erwägen, nachdem die Ursachen angegangen und geeignete Deeskalationsmassnahmen eingesetzt wurden. NICE beschreibt einen vorsichtigen, kurzfristigen Medikamenteneinsatz in ausgewählten Situationen. Dabei sind kardiale und neurologische Risiken zu beachten; bei Parkinson und Demenz mit Lewy-Körpern ist besondere Vorsicht geboten. Dies ist eine fachärztliche Entscheidung, keine Anleitung zur Behandlung zu Hause durch Angehörige. [1]

Ein Beruhigungsmittel oder Antipsychotikum behebt nicht jede zugrunde liegende Ursache eines Delirs. Fragen Sie, warum ein Medikament vorgeschlagen wird, was überwacht wird und wann der Einsatz überprüft wird. Verwenden Sie niemals Medikamente, die einer anderen Person verordnet wurden, und geben Sie keine zusätzlichen Dosen, nur um die Betreuung zu erleichtern. Ziel sind eine angemessene medizinische Versorgung und Sicherheit, nicht eine Sedierung aus Bequemlichkeit.

Ein Delir bei bestehender Demenz ist ein neues medizinisches Problem

Menschen mit Demenz können besonders anfällig für ein Delir sein. Das bedeutet aber nicht, dass eine akute Verschlechterung zu erwarten oder nicht behandelbar ist. Angaben zu ihrem üblichen Gedächtnis, ihrer Kommunikation, Mobilität und ihrem Betreuungsbedarf helfen dem Team, die Veränderung zu erkennen. Wenn die Unterscheidung zwischen Delir und Demenz schwierig ist, empfiehlt NICE, zuerst das Delir zu behandeln. Fragen zur längerfristigen kognitiven Entwicklung können wieder aufgegriffen werden, sobald die akute Situation versorgt ist. [1]

Der Leitfaden zu Belastungen bei Demenz behandelt die längerfristige Unterstützung, nicht die Notfallbehandlung. Eine bisher beruhigende Routine oder ein regulärer psychiatrischer Termin können die Abklärung neu aufgetretener Verwirrtheit nicht ersetzen. Das Wissen der Angehörigen kann helfen, den üblichen Zustand einzuordnen; medizinische Entscheidungen bleiben bei den zuständigen ärztlichen Fachpersonen. Warten Sie nicht, bis jedes Symptom einer früheren Episode entspricht, bevor Sie Hilfe suchen.

Die Erholung kann nach Besserung der auslösenden Erkrankung weitergehen

Ein Delir verändert sich häufig, wenn seine Ursachen behandelt werden. Die Erholung erfolgt jedoch nicht immer sofort oder vollständig innerhalb einer vorhersehbaren Anzahl von Tagen. Anhaltende Verwirrtheit erfordert eine erneute Abklärung fortbestehender Einflussfaktoren und eine angemessene Nachbetreuung. Die Person kann zudem unter Müdigkeit, geringerem Selbstvertrauen oder belastenden Erinnerungen leiden. Eine verständliche Erklärung der Episode kann ihr und ihren Angehörigen helfen, die nächste Phase einzuordnen. [1,3]

Fragen Sie, welche Besserung zu erwarten ist und welche Symptome weiter abgeklärt werden müssen. Einer Person sollte weder vorgeworfen werden, dass sie sich nur unvollständig an die Episode erinnert, noch sollte ihr gesagt werden, dass jedes verbleibende Problem zwangsläufig dauerhaft ist. Medizinische Nachkontrollen können bei Bedarf die kognitiven Fähigkeiten und die Alltagsbewältigung einbeziehen. Der Plan sollte sich am tatsächlichen Erholungsverlauf orientieren, statt einen festen Zeitpunkt für die Rückkehr zu bisherigen Aufgaben zu versprechen.

Bei Austritt und Übergabe müssen die Zuständigkeiten klar sein

Klären Sie vor der Rückkehr nach Hause oder dem Wechsel in eine andere Betreuungseinrichtung die vermuteten Ursachen, Änderungen der Behandlung, verbleibenden Symptome und allfälligen Nachkontrolltermine. Fragen Sie, wer die während der Episode neu angesetzten Medikamente überprüft und wer bei erneut auftretender Verwirrtheit kontaktiert werden soll. Eine schriftliche Zusammenfassung kann hilfreich sein, besonders wenn mehrere Fachpersonen beteiligt sind oder die Person sich nicht klar an das Gespräch im Spital erinnert. [1]

Während der Erholung muss die praktische Unterstützung möglicherweise vorübergehend angepasst werden. Besprechen Sie, welche Hilfe nötig ist und ob die betreuenden Personen diese realistisch leisten können. Die Versorgungskoordination kann bei vereinbarten organisatorischen Schritten helfen. Sie darf jedoch weder die medizinische Aufsicht ersetzen noch den Eindruck einer kontinuierlichen klinischen Überwachung vermitteln. Eine Übergabe ist nicht allein dadurch abgeschlossen, dass ein Dokument versandt wurde; die nächsten Schritte müssen verstanden sein.

Emotionale Unterstützung folgt, ersetzt aber nie die akute medizinische Versorgung

Ein Delir kann für die betroffene Person und ihr nahestehende Menschen beängstigend sein. Sobald der akute medizinische Bedarf gedeckt ist, kann ein Gespräch mit einer Fachperson helfen, das Geschehene zu erklären, belastende Erinnerungen zu besprechen und die Anpassung während der Erholung zu unterstützen. Angehörige benötigen möglicherweise Hilfe im Umgang mit Unsicherheit und praktischen Belastungen. Emotionale Unterstützung sollte den medizinischen Zusammenhang berücksichtigen und nicht als Beleg dafür verstanden werden, dass die Episode psychisch bedingt war. [1]

Der geplante Abklärungsweg und die Unterstützung für Angehörige von VAYEMA können nach angemessener medizinischer Versorgung relevant sein. Der Leitfaden zum Verständnis eines Delirs bietet Hintergrundinformationen. Jede erneut plötzlich auftretende Verwirrtheit erfordert wieder direkte, dringende medizinische Hilfe. Reguläre Kontaktwege über die Website, Psychotherapie und Online-Tools zur Vorbereitung sind keine Notfallangebote zur Versorgung eines Delirs.

Häufige Fragen zur Behandlung eines Delirs

Gibt es ein Medikament, das ein Delir behandelt?

Kein einzelnes Medikament behandelt alle Ursachen. Im Mittelpunkt steht die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung oder der zusammenwirkenden Einflussfaktoren, ergänzt durch unterstützende Betreuung und Überwachung. Ärztliche Fachpersonen können gelegentlich Medikamente gegen bestimmte Symptome einsetzen. Diese sind jedoch keine universelle Lösung und dürfen nicht eigenständig begonnen oder verändert werden.

Kann beruhigender Zuspruch allein das Problem lösen?

Ruhige Kommunikation kann die Belastung verringern, schliesst aber ernsthafte medizinische Ursachen weder aus noch behandelt sie diese. Plötzlich auftretende Verwirrtheit muss sofort abgeklärt werden. Bleiben Sie bei der Person, sofern dies sicher ist, verwenden Sie einfache Erklärungen und folgen Sie den Anweisungen des aufnehmenden Dienstes. Verzögern Sie professionelle Hilfe nicht, nur weil die Person kurzzeitig ruhiger wirkt.

Sollten Angehörige eine zusätzliche Schlaftablette geben?

Nein. Geben Sie keine nicht verordneten Medikamente und ändern Sie Dosierungen nicht eigenständig. Eine sedierende Behandlung kann die Situation erschweren, und die zugrunde liegende Ursache muss abgeklärt werden. Informieren Sie das medizinische Team über alle bereits eingenommenen Medikamente, einschliesslich jüngster Änderungen oder zusätzlicher Dosen, damit es die Behandlung sicher planen kann.

Was, wenn die Verwirrtheit nach Behandlung der Infektion oder Erkrankung anhält?

Anhaltende Symptome erfordern eine erneute medizinische Beurteilung und angemessene Nachbetreuung. Es können weiterhin Einflussfaktoren oder Bedürfnisse während der Erholung bestehen, deren Verständnis Zeit braucht. Gehen Sie weder davon aus, dass nichts mehr getan werden kann, noch davon, dass eine dauerhafte Demenz festgestellt wurde. Fragen Sie das zuständige Team, was bei der nächsten Kontrolle geprüft werden sollte.

Kann ein Delir bei jemandem mit bestehender Demenz auftreten?

Ja. Akute Verwirrtheit oder eine veränderte Bewusstseinslage sollten als neues medizinisches Problem abgeklärt und nicht automatisch dem Fortschreiten der Demenz zugeschrieben werden. Angaben zu den üblichen Fähigkeiten der Person können dabei helfen. Ein regulärer Unterstützungsplan bei Demenz ersetzt nicht die dringende medizinische Abklärung einer plötzlichen Veränderung.

Kann VAYEMA ein akutes Delir in ambulanten Sitzungen behandeln?

Reguläre ambulante Sitzungen zur psychischen Gesundheit ersetzen keine notfallmässige medizinische Abklärung und Überwachung. VAYEMA kann nach Behandlung des akuten Bedarfs geeignete geplante Unterstützung besprechen, wobei Umfang und Zuständigkeiten geklärt werden müssen. Bei plötzlich auftretender Verwirrtheit ist der direkte Kontakt mit den zuständigen lokalen Diensten für dringende medizinische Hilfe erforderlich.

Weiterführende Informationen und Quellen

[1] NICE CG103: Delir behandeln und Nachbetreuung planen

[2] NHS: Sofortmassnahmen bei plötzlich auftretender Verwirrtheit

[3] MedlinePlus: Behandlung und Erholung bei einem Delir

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