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Die Behandlung chronischer Schmerzen sollte mit einer Abklärung der Schmerzen, ihrer möglichen Ursachen und ihrer Auswirkungen auf den Alltag beginnen. Medizinische Behandlung, Rehabilitation und schmerzbezogene psychologische Unterstützung können unterschiedliche, sich ergänzende Aufgaben erfüllen. Welche Kombination angemessen ist, hängt von der Erkrankung und Ihren Prioritäten ab – nicht allein von der Höhe eines Schmerzwerts. Ein hilfreicher Behandlungsplan erklärt, was die einzelnen Bestandteile erreichen sollen und wie ihr Nutzen überprüft wird.
Vor der Wahl der Behandlung das Schmerzbild klären
Anhaltende Schmerzen haben unterschiedliche Mechanismen und Ursachen. Manche Schmerzen sind die Folge einer bekannten Erkrankung. Chronischer primärer Schmerz ist dagegen ein eigenständiges klinisches Konzept; beide Formen können gleichzeitig bestehen. Behandlungen, die für ein bestimmtes Schmerzbild empfohlen werden, sollten nicht automatisch auf ein anderes übertragen werden. Die Informationen des NINDS zu Schmerzen erläutern, weshalb die individuelle Krankengeschichte und Untersuchung wichtig bleiben, statt chronische Schmerzen als einheitliche Erkrankung zu behandeln. [1]
Fragen Sie nach der Arbeitsdiagnose, nach verbleibenden Unsicherheiten und danach, ob eine spezialärztliche Beurteilung nötig ist. Der Ratgeber zum Verständnis chronischer Schmerzen führt in diese Unterschiede ein. Eine Abklärung sollte nicht bei allen Menschen zum gleichen Sitzungsprogramm führen. Auch eine seit Langem bestehende Diagnose sollte erneut geprüft werden können, wenn sich Symptome oder die Alltagsfähigkeit verändern.
Ziele vereinbaren, die über einen einzelnen Schmerzwert hinausgehen
Weniger Schmerzen können ein wichtiges Ziel sein. Eine Behandlung kann aber auch darauf ausgerichtet sein, Schlaf, Teilhabe, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten oder den Umgang mit schwierigen Tagen zu verbessern. Diese Ziele sollten sich an Ihren Prioritäten orientieren, statt vorauszusetzen, dass alle dasselbe Ergebnis wünschen. Der NHS beschreibt Schmerzbewältigungsprogramme als Unterstützung für die Lebensqualität und praktische Fähigkeiten – nicht lediglich als Versuch, einen niedrigeren Symptomwert zu erreichen. [2]
Sprechen Sie über eine Tätigkeit, die Ihnen wichtig ist, und darüber, was sie derzeit erschwert. Das Ziel, ausreichend bequem sitzen zu können, um eine gemeinsame Mahlzeit mit der Familie zu geniessen, ist konkreter als «Es soll mir besser gehen». Bei der Überprüfung lässt sich dann beurteilen, ob der Plan diesem Ziel dient und was angepasst werden muss. Eine Verbesserung in einem Bereich darf nicht dazu dienen, Ihre Schmerzen herunterzuspielen oder Sie unter Druck zu setzen, alles als gelöst darzustellen.
Schmerzbezogene KVT kann den Umgang mit Schmerzen und die Teilhabe unterstützen
Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT, englisch CBT) bei Schmerzen untersucht Zusammenhänge zwischen Gedanken, Gefühlen, Verhalten und dem Erleben anhaltender Beschwerden. Sie kann bei Ängsten, eingeschränkter Aktivität oder belastenden Deutungen einer Schmerzverstärkung helfen. Ihr Ziel ist nicht, Sie davon zu überzeugen, dass Ihre Schmerzen erfunden sind. NICE empfiehlt, fachgerecht durchgeführte schmerzbezogene KVT als Option bei chronischem primärem Schmerz zu erwägen und die Eignung individuell zu beurteilen. [3]
Fragen Sie, was die therapeutische Arbeit in Ihrer Situation beinhalten würde und wie sie mit ärztlichen Empfehlungen zusammenhängt. Eine therapeutische Fachperson kann helfen, Sorgen im Zusammenhang mit körperlicher Aktivität zu prüfen und zugleich tatsächliche körperliche Grenzen anzuerkennen. Der Plan sollte weder verlangen, jedes Schmerzsignal zu ignorieren, noch eine Zunahme der Beschwerden als Beweis dafür werten, dass Sie sich stärker anstrengen müssen. Entscheidend sind Zusammenarbeit und ein zutreffendes Verständnis der Erkrankung.
ACT bedeutet nicht, unzureichende Behandlung hinzunehmen
Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) kann Menschen dabei helfen, anders auf schwierige Erfahrungen zu reagieren und ihr Handeln an dem auszurichten, was ihnen wichtig ist. In der Schmerzbehandlung bedeutet Akzeptanz nicht, die Situation als gerecht anzusehen, auf medizinische Behandlung zu verzichten oder so zu tun, als hätte man keine Schmerzen. NICE nennt auch ACT als eine Option, die bei chronischem primärem Schmerz erwogen werden kann. [3]
Eine hilfreiche Erklärung macht den Ansatz im Alltag greifbar. Sie könnten beispielsweise erkunden, wie Sie eine für Sie wichtige Rolle mit Anpassungen weiter ausüben können, statt auf einen völlig beschwerdefreien Tag zu warten. Die therapeutische Fachperson sollte Unsicherheiten und klinische Grenzen respektieren. Fragen Sie, wie sich der Ansatz von allgemeiner Ermutigung unterscheidet und wie sein Nutzen überprüft wird. Der Name einer Therapie garantiert nicht bei jedem Menschen oder jedem Schmerzbild dasselbe Ergebnis.
Körperliche Rehabilitation braucht einen individuellen Plan
Physiotherapie und angemessen begleitete körperliche Aktivität können je nach Diagnose, Fähigkeiten und medizinischer Situation sinnvoll sein. Form, Intensität und Steigerung sollten individuell beurteilt werden, statt ein allgemeines Übungsprogramm zu übernehmen. Die Bewegungsempfehlungen von NICE für chronischen primären Schmerz sind keine allgemeingültige Trainingsvorgabe für jede schmerzhafte Erkrankung oder jede Person mit zusätzlichen gesundheitlichen Problemen. [3]
Beschreiben Sie, was während und nach körperlicher Aktivität geschieht, einschliesslich verzögerter Verschlechterung, Erschöpfung oder Schwindel. Wenn eine weitere Erkrankung Ihre Belastbarkeit beeinflusst, gehört dies ebenfalls ins Gespräch. Psychologische Unterstützung sollte mit dem Rehabilitationsplan abgestimmt sein und ihm nicht widersprechen. Fragen Sie, welche Symptome eine erneute Abklärung erfordern und wie Sie an schwierigen Tagen Anpassungen vornehmen können. Verlassen Sie sich nicht auf die pauschale Regel, entweder trotz aller Schmerzen weitermachen oder jede Aktivität vermeiden zu müssen.
Die Überprüfung der Medikamente richtet sich nach der Schmerzart
Medikamente für unterschiedliche Schmerzerkrankungen sind nicht beliebig austauschbar. Die behandelnde Fachperson sollte Nutzen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und das Behandlungsziel des jeweiligen Medikaments überprüfen. Empfehlungen für chronischen primären Schmerz unterscheiden sich von denen für bestimmte sekundäre Schmerzerkrankungen, darunter krebsbedingte oder neuropathische Schmerzen. Eine Website sollte die Empfehlungen einer einzelnen Leitlinie nicht in eine pauschale Anweisung für alle Menschen umwandeln, die bereits Schmerzmittel einnehmen. [1,3]
Setzen Sie eine verordnete Behandlung nicht abrupt ab und erhöhen Sie die Dosis nicht eigenständig. Besprechen Sie mit der verschreibenden Fachperson eine gemeinsame Überprüfung, gegebenenfalls auch mit Blick auf Abhängigkeit oder Entzugssymptome. Unsere Informationen zu verschreibungspflichtigen Opioiden erklären, weshalb körperliche Abhängigkeit und eine Substanzgebrauchsstörung nicht automatisch dasselbe sind. Die Schmerzbehandlung sollte respektvoll und medizinisch abgestimmt bleiben – auch wenn Medikamente angepasst werden müssen.
Begleitende Schlafprobleme und psychische Beschwerden bei Bedarf behandeln
Schmerzen können gemeinsam mit Insomnie, Depression, Angst oder traumabezogenen Schwierigkeiten auftreten. Diese Beschwerden können eine eigene Abklärung verdienen, statt als unvermeidliche Folgen der Schmerzen abgetan zu werden. Zugleich bedeutet eine seelische Belastung durch eine schmerzhafte Erkrankung nicht automatisch, dass eine eigenständige psychische Erkrankung vorliegt. Der Behandlungsplan sollte erklären, was behandelt wird und weshalb. [1]
Der Ratgeber zur Behandlung von Insomnie und der Ratgeber zur Behandlung von Depression beschreiben entsprechende Ansätze. Wenn mehrere Fachpersonen beteiligt sind, ist eine gute Abstimmung wichtig, besonders wenn sich medikamentöse Behandlungen oder Empfehlungen zum Schlaf überschneiden. Sie sollten widersprüchliche Anweisungen nicht allein miteinander vereinbaren müssen. Ebenso sollten Sie nicht ohne klaren Zweck an mehreren Programmen teilnehmen müssen, die dieselben Inhalte wiederholen.
Unterstützende Angebote gezielt einsetzen
Entspannung, Ernährung, körperorientierte Ansätze oder praktische Hilfe können bei bestimmten Bedürfnissen erwogen werden. Ihre Rolle sollte jedoch klar benannt sein. Ein Anbieter sollte nicht jede unterstützende Aktivität als evidenzbasierte Heilung der zugrunde liegenden Schmerzerkrankung darstellen. Fragen Sie, welcher Nutzen erwartet wird, welche wissenschaftlichen Belege für Ihr Schmerzbild relevant sind und wann das ergänzende Angebot beendet oder neu beurteilt würde, falls es nicht hilfreich ist.
Der integrative Ansatz von VAYEMA soll unterstützende Angebote mit dem Behandlungsplan verbinden. Nicht jede Person braucht jede Berufsgruppe oder eine grosse Zahl von Sitzungen. Eine einfachere, im Alltag umsetzbare Lösung kann angemessener sein als ein anspruchsvoller Terminplan – besonders wenn Schmerzen, Anreise oder Erschöpfung die Teilnahme erschweren. Kosten und Zuständigkeiten sollten klar sein, bevor Sie einer Behandlung zustimmen.
Schmerzverstärkungen, Verlaufskontrollen und Zuweisungen planen
Vereinbaren Sie, was bei einer Zunahme der Schmerzen zu tun ist und welche Veränderungen eine erneute ärztliche Abklärung erfordern. Eine Verlaufskontrolle sollte Alltagsfähigkeit, Nebenwirkungen, Belastung durch die Behandlung und Ihre Erfahrungen berücksichtigen – nicht nur den Gesamtwert eines Fragebogens. Wenn ein Ansatz nicht hilft, fragen Sie, ob die Diagnose, die Durchführung oder das Ausmass der Unterstützung neu beurteilt werden muss. Dieselbe Intervention unbegrenzt zu wiederholen, ersetzt nicht die Prüfung, weshalb Fortschritte ausbleiben oder begrenzt sind.
Eine spezialisierte Schmerzeinrichtung kann Fachwissen oder Behandlungen anbieten, die über den Rahmen einer ambulanten Einrichtung für psychische Gesundheit hinausgehen. Die Informationen des NHS zur Schmerzbehandlung beschreiben verschiedene Wege zu medizinischer und multidisziplinärer Unterstützung. [2] Die Behandlungskoordination kann bei vereinbarten Übergaben helfen; klinische Entscheidungen bleiben bei den jeweils zuständigen Fachpersonen. Eine Zuweisung sollte erklären, was eine andere Einrichtung beitragen kann, statt zusätzliche Expertise als Zeichen eines Scheiterns darzustellen.
Dringende Beschwerden nicht auf einen regulären Termin verschieben
Neu auftretende Schwäche, Veränderungen der Blasen- oder Darmkontrolle, starke und rasch zunehmende Schmerzen, Fieber oder Beschwerden nach einer erheblichen Verletzung können eine rasche ärztliche Beurteilung erfordern. Bei akut bedrohlichen oder möglicherweise lebensbedrohlichen Symptomen braucht es den Rettungsdienst. Die Informationen des NIH zu Schmerzen weisen auf Warnzeichen hin, die nicht ignoriert werden dürfen, nur weil jemand bereits chronische Schmerzen hat. [4] Ein Online-Tool zur Vorbereitung kann nicht entscheiden, welche Versorgungsform für eine einzelne Person sicher ist.
Für eine geplante Behandlung kann die Seite zur Abklärung helfen, Ihre Fragen zu ordnen. Der private Abklärungsweg von VAYEMA kann klären, welche Unterstützung für die psychische Gesundheit geeignet ist. Reguläre Anfragekanäle sind nicht für Notfälle vorgesehen. Der nächste Schritt sollte Ihrem Bedarf entsprechen und mit einer Erklärung verbunden sein, was das Angebot leisten kann und was nicht.
Häufige Fragen zur Behandlung chronischer Schmerzen
Bedeutet eine psychologische Behandlung, dass meine Schmerzen nicht körperlich sind?
Nein. Eine schmerzbezogene Therapie kann ergänzend zur medizinischen Behandlung Belastung, Teilhabe und den Umgang mit Symptomen aufgreifen. Sie bedeutet nicht, dass Schmerzen eingebildet sind, und ersetzt nicht die Abklärung neuer Symptome. Fragen Sie, wie der vorgeschlagene Ansatz zu Ihrer konkreten Diagnose passt und welche Ziele er unterstützen soll.
Verringern KVT und ACT die Schmerzen garantiert?
Keine Behandlung erzielt bei allen Menschen dasselbe Ergebnis. Diese Ansätze können bei geeigneten Schmerzbildern die Lebensqualität und Schmerzbewältigung unterstützen. Ziele und Grenzen sollten jedoch besprochen werden. Eine aussagekräftige Verlaufskontrolle sollte berücksichtigen, was Ihnen wichtig ist, statt anzunehmen, dass die Teilnahme an Sitzungen das Verschwinden der Symptome garantiert.
Sollten alle Menschen mit chronischen Schmerzen ihre Schmerzmittel absetzen?
Eine pauschale Anweisung ist nicht angemessen. Entscheidend sind die Schmerzart, das Medikament, sein Nutzen, die Risiken und bestehende Erkrankungen. Besprechen Sie Änderungen mit der verschreibenden Fachperson. Setzen Sie Medikamente nicht aufgrund einer Website abrupt ab und erhöhen Sie die Dosis nicht eigenständig. Empfehlungen für chronischen primären Schmerz sind nicht mit denen für alle sekundären Schmerzerkrankungen gleichzusetzen.
Wie viel Bewegung ist für mich sinnvoll?
Dafür ist eine individuelle Beratung durch eine geeignete medizinische Fachperson erforderlich. Die Diagnose, Ihre aktuellen Fähigkeiten, gesundheitliche Begleiterkrankungen und die Reaktion auf Aktivität spielen alle eine Rolle. Dieser Ratgeber gibt kein festes Programm vor. Beschreiben Sie Ihre Symptome während und nach körperlicher Aktivität, damit der Plan überprüft werden kann, statt ein allgemeines Online-Programm zu übernehmen.
Wann ist eine spezialisierte Schmerzklinik sinnvoll?
Eine Zuweisung kann sinnvoll sein, wenn der Abklärungs- oder Behandlungsbedarf über die Expertise der aktuellen Einrichtung hinausgeht oder wenn trotz eines angemessenen Plans erhebliche Schwierigkeiten bestehen bleiben. Fragen Sie, welchen zusätzlichen Beitrag die spezialisierte Einrichtung leisten würde. Die Entscheidung sollte sich am klinischen Bedarf orientieren – nicht allein an der Dauer der Schmerzen oder der Zahl bereits erprobter Behandlungen.
Kann ich Unterstützung anfragen, ohne mich vorher für eine Therapie zu entscheiden?
Ja. Beginnen Sie mit Ihren Anliegen, Ihrer bisherigen Behandlung und den Tätigkeiten, bei denen Sie Unterstützung wünschen. Eine fachliche Abklärung kann geeignete Möglichkeiten und deren jeweilige Aufgaben erläutern. Sie müssen sich nicht für KVT, ACT, Medikamente oder ein multidisziplinäres Programm entscheiden, bevor die relevanten klinischen Fragen geklärt wurden.
Weiterführende Informationen und Quellen
[1] NINDS: Schmerzen und individuelle Behandlungsansätze
[2] NHS: Zugang zur Schmerzbehandlung und zu Schmerzbewältigungsprogrammen
[3] NICE NG193: Empfehlungen zur Abklärung und zu chronischem primärem Schmerz
[4] NIH: Schmerzen und medizinische Warnzeichen
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